…dann kriegste auch nen Job.
Sagte Kurt Beck mal zu einem Arbeitslosen.
Sein Job ist die Tage umstritten – die hessische Fastwahlgewinnerin Ypsilanti soll, geht es nach ihm, mit den Stimmen der Linkspartei regieren. Sein Wort, dass man nicht mit der Linken arbeiten werde, hat er damit seiner Meinung nach nicht gebrochen, es sei ja “keine aktive Zusammenarbeit”.
Abgesehen vom Wortbruch (Worttreue erwartet niemand von einem SPD-Chef) ist es zwar eine Krise für die SPD, jedoch ein wichtiger Schritt in die Zukunft Deutschlands und der SPD:
Die Linke nimmt der SPD ihre Wählerschaft ab. Die Strategie die Linkspartei auszugrenzen ging mächtig in die Hose: Persönliche Befindlichkeiten zeigten sich wichtiger als gemeinsame politische Ideale und obwohl man die neue Partei mit groß angelegter Medienhetze überzog, konnte die SPD die Wählerabwanderung nicht verhindern.
Die SPD merkt nun langsam aber sicher (ganz deutlich erst im Herbst 09), dass sie (als sie es noch wurde) nicht wegen dem netten Namen und der langen Tradition gewählt wurde, sondern wegen ihrer Politik. Von dieser rückte sie, als sich nach 1998 der konservative Seeheimer Kreis immer mehr durchsetzte und die Köpfe der Standhaften rollten, immer mehr ab. Dies war zwar (in dieser Zeit) gut für Deutschland, jedoch macht es die SPD überflüssig – da es andere gibt die konservative Politik machen – und das auch noch professionell.
Nicht nötig gewesen wäre dieser harte Schlag, hätte sich nach dem Zusammenbruch der Regierung Schröder eine Schwampelkoalition (schwarz-gelb-grün) gebildet. Das hätte der SPD die (nach allen Machtperioden) nötige Regenerations- und Besinnungszeit gegeben. So hätte man zu den alten Idealen zurückfinden können und wäre schon 2009 wieder etablierte Volkspartei, die Chancen hätte den Kanzler zu stellen. Danach sieht es im Moment nicht aus.
Doch Beck’s (gemeint: des Pfälzers, nicht der Bremer Brauereies Bier) Zug ist, sowenig populär er auch ist, ein Weg um die Wähler der Linkspartei wieder zurückzugewinnen. Linke Politik kann die SPD nämlich viel besser als PDS und KPD. Das würde der Wähler so bald merken können und heimfinden. Auch wenn es seinen Kopf kosten wird, ist das Becks Geschenk an seine Partei: ihr die Chance zu geben, sich wieder neben die NPD als Unterschichtspartei einzureihen und Gewicht zu bekommen.
Dann wären die Verhältnisse wieder geordnet und Merkel müsste sich vom Wischiwaschi verabschieden und klare, unpopuläre Richtungsentscheidungen treffen, die die CDU wieder deutlich positionieren würden. Tritt sie nächsten Herbst als “Partei für alles” an, besteht (sollte sich der Niedergang der SPD fortsetzen) die Gefahr, dass sie die einzig verbleibende große Partei wird. Und damit zwar Konstante, jedoch unberechenbare Macht in der durcheinander gekommenen (dadurch auch sehr lebendigen) deutschen Parteienlandschaft wird.
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