… endlich!
Wieder leidet der Irak. Wieder unter unserer Gier. Diesmal sind es Kurden im Nordirak, die türkischen Mordexpeditionen ausgeliefert sind. Erdogan, der bei uns Mäßigung predigt, türkische Schulen fordert, Integration verhindert, der noch immer das türkische Massaker – man darf in diesem Fall auch ruhig das Wort Genozid benutzen – an den Armeniern abstreitet und damit dessen Aufarbeitung verhindert, lässt seine Truppen in den Irak einmarschieren.

AFP – Glücklicher Yaşar (rechts im Bild) – er hat die Version A1 mit klappbarer Schulterstütze erwischt. Dafür können Murat und Adnan (links) Gewehrgranaten abschiessen – das wird den Kurden einheizen.
Bei der Offensive der Amerikaner gegen den Irak hat er Rückgrat bewiesen (im Gegensatz zu uns Deutschen) und den Durchmarsch durch sein Hoheitsgebiet verhindert – aber war diese ehrenhafte Handlung nur ein Machtspiel? Die dortigen Kurden waren lange treue Marionetten von Amerika, das diese bewaffnet und ausgebildet hat. Hätten die Vereinigten Staaten dort jetzt Truppen, könnte man die amerikanischen Waffen der Kurden nicht mehr mit den deutschen Waffen bekämpfen.

AP – Der Elitekurdenkiller friert zwar ein wenig, doch für das Foto hält er still und präsentiert stolz sein deutsches Gewehr.
Die Gier der Kriegsgewinnler entfachte auch diesen Funken im Pulverfass naher Osten. Das Osmanische Reich (das einst so prächtige Oströmische Reich; Byzanz, Konstantinopel) wurde nach seinem „Zerfall“ (der Niederlage im Ersten Weltkrieg) in Interessengebiete geteilt. Auf dem Reissbrett, unter schwerer Nichtbeachtung der Natur der dort lebenden Völker, entstanden Länder wie die Türkei und der Irak. Das Kurdengebiet liegt in beiden Staaten – im Gegensatz zu den Kosovaren ist ihr Selbstbestimmungsanspruch historisch begründet – sie waren schon immer hier.
Der deutsch-türkische Waffenhandel hat eine traurige Tradition. In 16 Jahren Kohl wurden Waffen im Wert von 2,5 Milliarden an die Türkei geliefert. Unter rot-grün explodierten die Verkaufszahlen (bereits 1999 verdiente man schon 1,9 Milliarden an der Türkei). Im Kriegsjahr 2003 (3. Golfkrieg) wurden die Exporte sogar verdoppelt. Auch Birma, Ägypten, Jordanien, Kuwait, Mexiko, Saudi-Arabien, Thailand, Malaysia und sogar China wurde illegal beliefert (Schröders Versuch diese Praxis zu legalisieren scheiterte, er blieb erfolglos im Kampf gegen das Waffenembargo der EU). Der Irak wurde 2003 (im Gegensatz zu den Vorjahren) nicht mehr beliefert, jetzt verkaufte man die Konstruktionspläne der dort von deutschen Firmen gebauten Anlagen an die Amerikaner.
Unter Merkel wird das Waffengeschäft voraussichtlich weiterhin florieren, wenngleich in Sachen China ein konsequenterer Kurs gefahren wird (Steinmeier distanzierte sich von den Schröder-Plänen). Die Türkei wird brav weiter beliefert werden und jüngst räumte man sogar in Brüssel und Washington das „Recht auf Selbstverteidigung“ ein, welches sich zwischenzeitlich jedoch nicht als populär herausstellte, woraufhin man dann wieder öffentlich kritisierte.
Unterm Strich bleibt: die Türkei mordet nach Lust und Laune und das wunderbare Gewehr 3 rattert endlich im Irak.
Siehe auch: Das Amselfeld wechselt den Besitzer
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